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Im März erschien die erste deutschsprachige Biographie über die schwedische Malerin Hilma af Klint (1862 - 1944) von

Hilma af Klint 1907 Altarpiece No 1 Group X Altarpieces 2 1585000 resized 1Julia Voss

Hilma af Klint - "Die Menschheit in Erstaunen versetzen"

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2020

Auch sollte der Dokumentarfilm der deutschen Regisseurin Halina Dyrschka von 2018 "Jenseits des Sichtbaren" im März in die deutschen Kinos kommen, doch die Corona-Krise unterbrach diesen Prozess. So kommt aber auf jeden Fall im November die DVD in den Handel.

Hilma af Klint, gestorben 1944, wurde eigentlich erst wirklich wiederentdeckt durch zwei Retrospektiven und zwar

2013 im Moderne Museet Stockholm, die auch im Hamburger Bahnhof Berlin, im Museo Picasso in Malaga und im Louisiana Museum of Modern Art bei Kopenhagen gezeigt wurde und

2018 im Guggenheim Museum in New York, zu der 600 000 Besucher kamen.

Es gab allerdings seit 1984 immer wieder Ausstellungen u.a. mit Bildern von Hilma af Klint, aber es waren keine Einzelausstellungen.

Die Malerin hatte erstmals 1906 abstrakte Gemälde gemalt, eine Pioniertat, die später Wassily Kandinsky für ein von ihm gemaltes Bild von 1911 für sich in Anspruch nahm.

Insofern muss Kunstgeschichte umgeschrieben werden!

Hilma af Klint gehörte zu den ersten akademisch ausgebildeten Malerinnen Schwedens und war in ihrer Zeit mit ihren konventionell gemalten Bildern nicht unbekannt. Ihr umfangreiches abstraktes Werk jedoch hielt sie weitgehend unter Verschluss und verfügte, dass es erst 20 Jahre nach ihrem Tod veröffentlicht werden dürfte. Es dauerte aber 40 Jahre, bis erste Bilder 1984 in Helsinki aus Anlass der Nordischen Konferenz gezeigt wurden.

Diese zum Teil monumentalen, oft recht farbenfrohen Bilder sind durch geometrisch anmutende Figuren gekennzeichnet.

Die Malerin hatte sich schon in sehr jungen Jahren für okkultistische und spirituelle Gedankengänge geöffnet und kam im Laufe ihres Lebens stilistisch von der Theosophie zur Anthroposophie mit Kontakten zu Rudolf Steiner. Ihr Stil wurde strenger geometrisch, weg von organisch interpretierbaren Gebilden.

Dass ihr Werk jetzt auch dem deutschsprachigen Raum durch das Buch von Julia Voss und den Dokumentarfilm von Halina Dyrschka erschlossen wird, ist ein Grund zur Freude für alle Frauen und vielleicht auch darüber hinaus.

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