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Gruppe Kiel

Vielleicht interessieren Sie diese Hinweise und Berichte!

In der Männer-Republik - Wie Frauen die Politik eroberten

 

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„In der Männer Republik

Wie Frauen die Politik eroberten!“

Kiepenheuer & Witsch 2020

Eindrücklich, mit vielen Episoden und Zitaten, wird die Situation der ersten Frauen im Deutschen Bundestag beschrieben. Dabei geht der Autor vor allem auf die Frauen ein, die sich in irgendeiner Weise im politischen Alltag profilieren konnten. Das waren jene Frauen, die sich nicht in das von der damaligen Gesellschaft und von den Männern im besonderen zugestandene Rollenbild einordneten und deshalb auffielen, aber auch nur deshalb eine  gewisse politische Karriere machen konnten. Sie erkämpften sich so Rederechte und hervorgehobene Positionen. Sie waren aber den Männern oft so unbequem, dass diese sie mit ihrer Übermacht auf weniger einflussreiche Positionen abdrängten.

 

Das Haus der Frauen - Buchbesprechung

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Das Haus der Frauen

Roman   S. Fischer Verlag 2020

Die Institution des Frauenhauses, wie wir sie seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kennen, hatte in Europa Vorläufer mit einem etwas anderen Ansatz. Über Jahrhunderte waren es katholische Frauenklöster, die in Not geratenen Frauen halfen.

Auf diesem Vorbild baute die Schweizerin Blanche Peyron, eine  der „Soldatinnen“ der Heilsarmee, auf, als sie zusammen mit ihrem Mann Albin 1926 unter gewaltigen Anstrengungen in Paris ein Haus für irgendwie gestrandete oder aus ihrer Lebensbahn geworfene Frauen, die auf der Straße lebten, eröffnete.

 

Sensation: Frau schrieb Gula-Hymne

Sensation!

Eine Frau wurde als Verfasserin der mesopotamischen Gula-Hymne (um 1300 v. Chr.) identifiziert.Keilschrift LMU Screenshot 20201024 181537 Chrome

Die Abfassung der Hymne an die Heilsgöttin Gula wurde bisher einer männlichen Person mit Namen Bullussa-rabi zugeordnet. Die Altorientalisten der LMU München um Prof. Dr. Enrique Jiminez haben nun im Rahmen des Projekts
(eBL) festgestellt, dass Bullussa-rabi eine Frau war. Nun wird weiter geforscht, ob es noch weitere solche falsche Zuordnngen gibt.

Näheres dazu unter:

www.uni-muenchen.de/forschung/news/2020/jiminez_frau.html

 

Anne Weber - Annette, ein Heldinnen-Epos - Buchbesprechung

Anne Weber

Annette – ein Heldinnen-EposAnnette 20201021 114326 resized

Matthes & Seitz, Berlin 2020

Den diesjährigen Preis des Deutschen Buchhandels erhielt  Anne Weber für Ihr Buch über die Französin Anne Beaumanoir, verh. Roger, geb. 1923, einer Neuropsychologin, Mitglied der Résistence, Retterin von Juden, Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs, Mitglied der FLN (der algerischen Befreiungsfront) und dann, als Mitglied der Regierung Ben Bellas in Algerien, bis zu dessen Sturz, am Aufbau des Gesundheitswesens Algeriens beteiligt. Danach bis zu ihrer Pensionierung Leiterin der Neuropsychologie einer Genfer Klinik.

Ein abenteuerliches Leben, geprägt von einem rigorosen Sendungsbewusstsein, die Welt im Sinne einer absoluten Gleichheit verbessern zu müssen. Dabei stellte sie ihre persönlichen Bedürfnisse und Gefühle immer hinten an – auch ihre engste Familie, ihre Kinder, ihre Sicherheit. Sie lebte im Untergrund, war oft auf der Flucht, hatte herbe persönliche Verluste zu verkraften, wurde verhaftet, verurteilt, floh, lebte im Exil, alles für ihre Überzeugungen, die Welt gerechter machen zu müssen und wurde immer wieder bitter enttäuscht, dass ihre idealistische Weltsicht nicht alltagstauglich war.

Anne Weber macht aus dieser turbulenten Lebensgeschichte, die sie in persönlichen Gesprächen erfährt, ein faszinierendes Buch in Versform. Die Sprache komprimiert. Man ist gebannt vom Leben der Annette aber ebenso sehr von der Art, wie  Anne Weber, eine deutsche Autorin und Übersetzerin, die in Paris lebt und arbeitet, dieses turbulente Leben in seinen markanten Punkten festzuhalten, zu beleuchten und auch von außen einzustufen weiß.

Es ist ein Buch, das man bis zum Ende am liebsten nicht aus der Hand legt. 200 Seiten, die man unbedingt lesen sollte.

Auf YouTube gibt es auch einen knapp einstündigen Dokumentarfilm auf Französisch: „La Vie d’Annette“.

 

Eine Reise in die Filmwelt

Eine Reise in die Filmwelt

ZurzJULIA NEU IMG 20201019 WA0007eit soll frau nicht so viel verreisen,

aber am Wochenende 18./19. Oktober 2020 war unser Vorstandsmitglied
Dr. Julia Katharina Koch unter Wahrung aller Hygieneregeln unterwegs nach Halle (Saale) zu einem für sie ganz neuen Veranstaltungstyp, einem Filmfestival – genauer:

dem Silbersalz20 Science&Media Festival.

Die Vorgeschichte dazu begann im Frühjahr 2019, als die Filmproduktionsfirma Gebrüder Beetz auf der Suche nach Interviewpartnerinnen für eine Dokumentation über Frauen (und Männer) zwischen Steinzeiten und Wikingerzeit auch mit ihr Kontakt aufnahm. Damit begann eine interessante Zusammenarbeit incl. Einblick in die Filmproduktion. Ausgestrahlt wurde der Film bisher zweimal im Fernsehen bei arte im März 2020 und unter dem ZDF TerraX-Label im Juli 2020. (Wir informierten darüber auf dieser Seite)

Doch mit der Ausstrahlung endete nicht die Geschichte. Tatsächlich wurde der Film bei mehreren Filmfestivals weltweit gezeigt und für Preise nominiert! Da zu einer ordentlichen Filmpräsentation auch ein Filmgespräch mit beteiligten Personen gehört, werden die Auswählten ein paar Tage zuvor unter strengster Geheimhaltungsauflage bereits vor der Preisverleihung informiert, damit sie anreisen können. In Halle durften der Creative Producer der Filmgesellschaft und eine der interviewten Wissenschaftlerinnen, eben unser DAB-Mitglied, dabei sein, wurde doch der Diskussionsschwerpunkt auf die Begegnung von Wissenschaft und Journalismus gelegt, ein Thema, das aktueller nicht sein kann.

Fazit war, dass durch jede positive Zusammenarbeit – wie bei diesem Film - das Verständnis füreinander wächst, gemeinsam die aktuellen Gesellschaftsthemen, wie hier die Entstehung der Geschlechterungleichheiten, neu und allgemeinverständlich zu erzählen.

 

Aus gegebenem Anlass!

Aus gegebenem Anlass!

Am 1. Oktober 2020 wurde - in einer Corona bedingt nur kleinen Feierstunde - ein Saal im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland nach Ellinor von Puttkamer benannt.  Andere Säle sind nach Konrad Adenauer oder WillyEllinor von Puttkamer Brandt benannt. Ellinor von Puttkamer ist die erste Frau, der nun posthum die Ehre widerfährt, Namensgeberin für einen der Säle zu sein. Ein kleiner Schritt, um auch das Wirken von Frauen in der Diplomatie unseres Landes nach außen deutlich zu machen. War sie noch die erste Frau in der Bundesrepublik, die eine Botschaft leitete, nämlich die Ständige Vertretung beim Europarat in Straßburg, so sind die Verhältnisse heute besser, aber noch nicht zufriedenstellend. Erst 1959 wurde überhaupt eine Frau zum Ausbildungsgang des Höheren Dienstes zugelassen. Inzwischen ist zwar der Frauenanteil bei Neuanstellungen auf 55% gestiegen, aber in den Toppositionen sind Frauen weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

Aber wer war diese Frau? Ellinor von Puttkamer, geb. 1910, verstorben 1999, war 1969 die erste Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland.  In der DDR war bereits 1950 Änne Kundermann als erste Frau zur Botschafterin ernannt worden und zwar für Bulgarien.

Prof. Dr. Ellinor von Puttkamer war eine hochqualifizierte Frau. Sie studierte von 1930 – 36 wie es damals üblich war, an mehreren Universitäten  vor allem Geschichte und wurde 1936 zum Dr. phil. promoviert. Danach war sie am Institut für ausländisches und öffentliches Recht und Völkerrecht in Berlin tätig und studierte dort von 1940 – 1942 auch Rechtswissenschaften, was für ihren späteren Berufsweg sehr von Vorteil war. Dem Nationalsozialismus stand sie ablehnend gegenüber, weswegen sie direkt nach Kriegsende ihre berufliche Laufbahn fortsetzen konnte. Nach verschiedenen beruflichen Stationen habilitierte sie sich 1951 an der philosophischen Fakultät der  Uni Bonn und erhielt die „venia legendi“ für „Vergleichende Verfassungsgeschichte und osteuropäische Geschichte“.  1953 trat sie in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein und machte dort Karriere bis zur Botschafterin. 1974 ging sie in den Ruhestand.

Es gibt zahlreiche Publikationen von ihr.

 

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